Wirearchy gegen Hierarchie

Am Donnerstag, 21. April 2016 findet in Berlin unter dem Titel „Das Ende der Hierarchie? Neue Organisationsmodell­e der Zukunft“ ein Digital Workplace Meetup statt. Dieser Meetup bietet auch die Gelegenheit, dass wir uns als SPEKTRUMSHIFT Scouts vorstellen und die Themen rund um Organisationsweiterentwicklung, -Neudenken und -Evolution vorantreiben und ebenso umsetzen.

Vier Beiträgen sollen die inhaltliche Aspekte und Diskussionsanlässe liefern, dass der Meetup die wichtigen Impulse für das Weiter- und Neudenken erhält. Dabei stehen im Fokus:

  1. Warum es zum Ende der Hierarchie kommen wird.
  2. Das Zeitalter der Unternehmensdemokratie oder: wie Andreas Zeuch das sieht.
  3. Wirearchy – Damit an den richtigen Stellen entschieden wird.
  4. Next Organization: Welche Organisationsmodelle verändern die Unternehmen

Mit diesen vier Themen möchten wir gemeinsam mit den Teilnehmern einen Startschuss setzen, für eine Netzwerk bzw. eine Plattform, die mit ihren Scouts die neuen Organisationen nicht nur betrachtet, sondern auch ganz praktisch die Machbarkeiten und Wege abklopft.

Wirearchy …

Geprägt und ins Spiel gebracht wurde der Begriff Wirearchy 1999 von Jon Husband. Seine Überlegungen dabei sind einfach nachzuvollziehen: die digitale Revolution führt über kurz oder lang zu vernetzten Organisationen. Diesem Umbau der Strukturen können sich Unternehmen nicht verweigern. Zugleich stellt sich dabei heraus, dass die Informationen in der Regel ohnehin andere Wege genommen haben, als in hierarchischen Organisationen vorgesehen war. Geradezu legendär sind die Erkenntnisse über informelle Pfade und virtuelle sowie reale Communities of Practice gerade jenseits der Hierarchie. Aus diesen Entwicklungen heraus schlägt Jon Husband vor, das Design von vornherein vernetzt anzulegen, was er – in Abgrenzung und einer Gegenübersetzung zur Hierarchie – eben Wirearchy nennt. Entsprechend beschreibt er Wirearchy als „dynamischen Fluss der Macht“, die sich nun nicht mehr hierarchisch ergibt, sondern auf den Prinzipien von Information, Vertrauen und Glaubwürdigkeit erworben werden muss.

Jon Husband prägte den Begriff Wirerarchy und löste damit die Diskussion um das Ziel der digitalen Transformation aus. Er wird im Rahmen der Veranstaltung live zugeschaltet werden.

Bild: kris krüg – BlogWalk Seattle 2005 – Jon Husband auf Flickr. Verwendung unter den Bedingungen derCreative Commons – BY-SA (Namensnennung-Verwendung unter gleichen Bedingungen).

Wirearchy …

„If anything, wirearchy is about the power and effectiveness of people working together through connection and collaboration … taking responsibility individually and collectively rather than relying on traditional hierarchical status.“

Wirearchy stellt in meinen Augen ein Prinizip dar. Dementsprechend eine Betrachtungs- und Ausrichtungsweise, bei dem Managementformen, Verhalten und Handeln sowie Organisationsstrukturen den digitalen Anforderungen angepasst werden und dies so disruptiv, dass es die Organisation erschüttert.

Um noch einmal an Teil 2 anzuschließen: In den für die Aufgabenabwicklung zuständigen Projekte und Teams werden Rollen definiert, die dann von je unterschiedlichen Personen, und vor allem zeitlich begrenzt, ausgefüllt werden können und müssen. Treiber dieses Prinzips ist das offene Internet, das sowohl global, als auch intern Modelle des sozialen Zusammenhalts sowie vor allem von sozialer Kollaboration erlaubt.

… damit an den richtigen Stellen entschieden wird

Ermöglicht wird eine Wirearchy durch die enge digitale Verbindung von Mensch und Technologie. Die digitale Revolution befähigt also dazu, dass die Projekte und Teams eigenständig und demokratisch, nämlich durch Wahlen, die Personen bestimmen, die beispielsweise die jeweilige Führungsfunktionen als Rolleninhaber ausfüllen. Es wird möglich, dort die Entscheidungen anzusiedeln, wo sie sinnvollerweise auch getroffen werden müssen. Was man aus der Diskussion um  Wirearchy als Prinzip lernen kann, ist, dass die Übertragung von Kompetenzen auf die Mitarbeiter Folgen für den „Bauplan“ der Organisation haben muss. Im Teil 4 dieser kleinen Reihe schließt sich nun der Kreis und ergibt die Erkenntnis, dass die Diskussion um demokratische Unternehmen kein Selbstzweck ist.

Wir freuen uns auf die Diskussion und den Start in eine umfassenden Spektralverschiebung – virtuell oder am 21. April in Berlin!